Artikel:Westliches Denken in der Chinesischen Medizin
Michael Huber, veröffentlicht in Qi-Zeitschrift für Chinesische Medizin, Vol.29, 04 | 2020
Der erste Teil dieser Artikelreihe (Qi – Zeitschrift für Chinesische Medizin, Ausgabe 02/2020) endete damit, dass es keine genuin „klassische“ oder „traditionelle“ Chinesische Medizin gibt, sondern unsere therapeutische Praxis immer synkretistisch ist, d. h. sich aus den verschiedensten Einflüssen aus Ost und West entwickelt hat. Daran schließt sich die Frage an: „Aus welchen Einflüssen soll die Chinesische Medizin zusammengesetzt sein, die wir lernen und unterrichten, und warum?“ Um dazu im 3. Teil einen Vorschlag vorstellen zu können, werde ich zuerst anhand von ein paar Aspekten untersuchen, was hinter dem Bedürfnis nach „Ganzheitlichkeit“ steckt, mit dem sich der Westen der Chinesischen Medizin zuwendet, und wo uns dabei unser westliches Denken im Gewand der „klassischen“ oder „traditionellen“ Chinesischen Medizin wiederbegegnet, ohne dass wir das auf den ersten Blick merken.


