Artikel:
Klassische Akupunktur und TCM

Michael Huber, veröffentlicht in Qi-Zeitschrift für Chinesische Medizin, Vol.29, 02 | 2020

AGTCM ist die Abkürzung von „Arbeitsgemeinschaft für Klassische Akupunktur und Traditionelle Chinesische Medizin e.V.“1. Es scheint also wichtig, zwischen „klassischer Akupunktur“ und „TCM“ zu unterscheiden. Die AGTCM verbindet die beiden Begriffe mit einem „und“, wohl weil sie ein möglichst breites Spektrum von Therapeuten ansprechen will. Die meisten anderen verwenden Begriffe wie „klassisch“ als Beschreibung ihrer therapeutischen Tätigkeit, um sich zum einen von der TCM abzugrenzen, und zum anderen zu vermitteln, dass sie die ursprüngliche, die eigentliche, die wirkliche, öfter auch die einzig wahre Chinesische Medizin praktizieren bzw. unterrichten. Damit verbunden sind Klagen wie: Mit der TCM wurde alles Spirituelle aus der Chinesischen Medizin verbannt, oder: TCM bedeutet die „Kräuterisierung“ der Akupunktur2.
Warum also ist „Traditionelle Chinesische Medizin“ für viele Therapeuten nicht (mehr) traditionell genug, während sich die Patienten von dem „Traditionell“ in „TCM“ angezogen fühlen? Und was ist eigentlich „klassische Akupunktur“ und was ist „TCM“? Dem will dieser Anfang Mai 2020 in der Zeitschrift Qi erschienene Artikel nachgehen, indem er ein paar Schlaglichter auf die Entstehungsgeschichte dieser Konzepte wirft, die eine oder andere gängige Vorstellungen davon in Frage stellt und Dinge ins Blickfeld rückt, die in der Regel nicht beachtet werden.

[PDF] Klassische Akupunktur und TCM (ca. 484 KB)